Sicher Arbeiten mit Schiebehilfen – Kaufen oder selbst bauen?

Schiebehilfen sind ein wichtiges Hilfsmittel, um an der Tischkreissäge, der Bandsäge oder an der Abrichthobelmaschinen sicher zu arbeiten und die Hände zu schützen. Ich wollte wissen, ob eine gekaufte und recht teure Schiebehilfe wirklich besser und ihr Geld wert ist oder ob eine selbst gebaute nicht auch ihren Zweck erfüllt. Dazu habe ich Schiebehilfen mit verschiedenen Designs selbst gebaut und mit dem gekauften „Platzhirsch“ von MicroJig verglichen.

Die Schiebehilfen sollten verschiedene Bauweisen und Beläge bekommen, um diese dann miteinander vergleichen zu können. Es gibt natürlich eine Reihe von Videos zu diesem Thema, ich wollte aber sehen, welches Design am besten funktioniert. Am Ende dieses Beitrags verlinke ich die Videos, die mir als Vorlagen gedient haben.

Zuschnitt der Komponenten

Ich habe zunächst aus verschiedenen Reststücken die Grundkomponenten für die „Basisplatte“ und die Griffe zugesägt. Ich wollte Griffe verschiedener Größe und Form bauen und habe diese mit Hilfe eines Winkeldreiecks dann angezeichnet.

Anschließend bohrte ich mit einem Forstnerbohrer die Ecken der Griffe rund und schnitt den Rest der Griffe mit der Bandsäge zu. Wenn man keine Bandsäge hat, kann man dafür natürlich auch eine Stichsäge benutzen.

Fertigstellen der Griffe

Außerdem bohrte ich an dieser Stelle gleich die Löcher für die Dübel, mit denen ich die Griffe später an den Grundplatten befestigen wollte. Es war mir wichtig, die Griffe nur mit Holzdübeln zu befestigen und auch sonst auf Metall komplett zu verzichten. So ein Hilfsmittel ist ja dazu da, nahe an eine Klinge oder ein Sägeblatt herangeführt zu werden, so dass ein ungewollter Kontakt damit nicht auszuschließen ist. Metallische Bauteile bergen die Gefahr, dass einerseits Sägeband, Sägeblatt etc. beim Kontakt beschädigt werden und dass andererseits die Schiebehilfe dann weggeschleudert oder aus der Hand gerissen wird, wodurch Verletzungen entstehen können. Daher also: nur Holzdübel als Verbindung.

Maschinenhandel Meyer

Die Innen- und Außenkanten schliff ich dann noch glatt bzw. rund. Außerdem rundete ich sämtliche Kanten und verschliff auch die Flächen der Griffe, um eine angenehme Haptik ohne Grate zu haben.

Herstellung der verschiedenen Grundplattenkonstruktionen

Für die Grundplatten nahm ich mir verschiedene Konstruktionen vor:

  • Plane Unterseite mit rauher Auflage (80er Schleifpapier)
  • Plane Unterseite mit griffiger Auflage („Grip Material“ aus Gummi, Link dazu am Ende des Beitrags)
  • Plane Unterseite mit griffiger Auflage und zusätzlichem Fallschieber hinten als Widerlager zum Schieben.
  • Unterseite mit eingesägter Stufe, die als Widerlager zum Schieben dient.

So bereitete ich die einzelnen Grundplatten also vor.

Montage der Griffe

Da die Griffe unterschiedlichen Größen hatten, habe ich kleine Anzeichenhilfen für Dübellöcher verwendet und die Position der Griffe jeweils nach Augenmaß markiert. Anschließend verleimte ich Griffe und Grundplatten.

Als der Leim getrocknet war, belegte ich die verschiedenen Schiebehilfen mit den entsprechenden Materialien. Dazu verwendete ich doppelseitiges Klebeband für das Schleifpapier, das „Grip Material“ ist ein selbstklebendes Band.

Fertig, Test und Fazit

Nun waren alle Schiebehilfen fertig. Ich habe sie an der Bandsäge und an der Abrichthobelmaschine getestet und mit dem Schiebeblock von Microjig verglichen.

Mein Fazit: Der professionelle Schiebeblock ist insgesamt am vielseitigsten und besten. Er ist stabil und liegt gut in der Hand, das griffige Material auf der Unterseite hat genau die richtige Konsistenz und Textur (Noppen), um sowohl an glatten als auch an rauen Holzoberflächen sehr gut zu haften.

Wenn man allerdings keine knapp 40 EUR für so einen Block ausgeben möchte, kann man mit einer selbst gebauten Schiebehilfe nahezu genauso gute Ergebnisse erzielen. Am vielseitigsten war hier das gummierte Material mit dem Fallschieber, für rauhe Oberflächen funktioniert auch das 80er Schleifpapier sehr gut. Allerdings gehe ich davon aus, dass man das Gummimaterial regelmäßig reinigen oder tauschen muss, wenn es sich mit Sägemehl oder -spänen zugesetzt und so seinen Grip verloren hat. Hier habe ich alle für den Selbstbau nötigen Materialien verlinkt (das sind Affiliate Links, wenn Du darüber kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Du bezahlst den regulären Preis).

Video

Wie immer zeigt das Video alles noch detaillierter.


Der YouTube Server wird erst kontaktiert, wenn Du das Video abspielst. Vorher werden keine Daten an YouTube übertragen. Für das Abspielen gelten die Datenschutzbestimmungen von Google.

Links zu weiteren Designs

Bei folgenden Holzwerkern habe ich mir Inspiration geholt bzw. Designs abgeschaut. Teilweise sind auch völlig andere Konstruktionen dabei, die ich nicht umgesetzt habe.

2 Kommentare

  1. Hallo Andreas,
    netter Beitrag, da hast Du Dir ja viel mühe gemacht. Ich habe schon so diverse Schiebehilfen gebaut und bin zu dem Resultat gekommen – sie sind genauso gut wie die gekauften – vor allem aber Preiswerter – meistens aus Reststücken und wenn man da mal reinsägt ärgert man sich nicht, da wird einfach ein neuer gebaut.
    Wenn ich aber in das 40€ Teil säge würde ich mich schon ärgern – aber Danke für den vergleich!
    Am liebsten mag ich übrigens den Fallschieber-

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