Einen Tesa-Abroller bauen

Während der Vorbereitungen auf Weihnachten hatte ich die Idee, unsere billigen Plastik-Tesa-Abroller durch einen „holzwerkeradäquaten“ Abroller zu ersetzen. Aus ein paar Resten Multiplex habe ich einen Abroller für große Tesa-Rollen gebaut.

Ich hatte gleich die Idee, dass der Abroller eine Kombination aus klaren, geraden Formelementen mit einer geschwungenen Linie auf der Oberseite sein sollte. Um diese geschwungene Linie ordentlich hinzubekommen, habe ich eine digitale Zeichnung im Maßstab 1:1 davon gemacht. Seit einiger Zeit benutze ich dafür das Programm Affinity Designer (Mac). Es ist eine sehr kostengünstige Alternative zu den Adobe-Produkten (und man muss es nicht abonnieren, sondern kann es einmalig kaufen).

Anschließend habe ich drei Multiplex-Stück auf der Tischkreissäge zugeschnitten und zu einem Block verleimt.

Es wäre ideal gewesen, wenn die Materialstärke so gepasst hätte, dass ich die mittlere Schicht komplett für den Ausschnitt hätte benutzen können, in dem später die Rolle sitzt. Allerdings war mein Material dafür zu dick, der Ausschnitt wäre zu breit geworden, was unschön ausgesehen hätte. Außerdem musste ich die obere geschwungene Seite mit der Stichsäge ausschneiden und hatte kein Blatt, das durch den ganzen Block gereicht hätte. Daher habe ich den Block wieder in der Mitte aufgetrennt.

Nun konnte ich zunächst die geschwungene Linie aussägen. Für eine möglichst saubere Kurve bohrte ich zunächst den „Talgrund“ mit einem 50 mm Forstnerbohrer aus und sägte anschließend mit der Stichsäge die beiden zuführenden Linien aus.

Meine Stichsäge ist leider kein besonders gutes Modell, so dass das Blatt in Kurven immer verläuft. Der Schnitt war also nicht besonders sauber. Daher musste ich später die Rundung mit einem Schleifzylinder für die (Ständer-)Bohrmaschine nachschleifen (s.u.).

Nun konnte ich die Form und Lage der Tesarolle anzeichnen und in jeder der beiden Hälften mit der Oberfräse einen Ausschnitt herstellen und diesen anschließend mit Stemmeisen und Schleifpapier etwas verputzen.

Anschließend leimte ich die beiden Hälften wieder zusammen und sägte danach mit dem Queranschlag der Tischkreissäge gerade Kanten an das Werkstück.

Während beim Korpus des Abrollers noch der Leim trocknete, baute ich die Scheibe, auf die die Tesarolle aufgesteckt wird. Ich zeichnete die Form zunächst an und sägte sie grob mit der Stichsäge aus. Danach bohrte ich ein Loch in die Mitte, steckte ein Stück Gewindestab durch und spannte die Scheibe so in die Ständerbohrmaschine. Mit Raspel und Schleifklotz bearbeitet ich die Scheibe so lange, bis der Durchmesser genau in die Tesarolle passte.

In das Loch steckte dann ich einen 8 mm Aluminium-Stab als Drechachse. Danach konnte ich die Grundfunktion des Abrollers schon testen.

Nun schliff ich die Rundung des Korpus mit der Schleifhülse sauber aus. Außerdem schliff ich den ganzen Korpus zunächst mit 120er und dann mit 240er Körnung.

Es fehlte noch die Klinge, um das Klebeband anzuschneiden. Dafür brach ich ein Stück von einem Metallsägeblatt ab und sägte mit der Tischkreissäge eine kleine Vertiefung in Vorderkante des Abrollers, so dass die Klinge hier später eingesetzt werden konnte.

Nun ölte ich alles zwei Mal mit Leinölfirnis. Nachdem das Öl getrocket war, klebte ich die Klinge mit Alleskleber an die vorgesehene Stelle und klebte außerdem auf der Unterseite noch vier Anti-Rutsch-Pads auf, für die ich zuvor mit dem Forstnerbohrer Vertiefungen gebohrt hatte.

Fertiger Tesa-Abroller

Hier das Ergebnis.

Video

Wie immer zeigt das Video den Bau noch etwas ausführlicher.

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