Ein Wochenende in Schreiner-Klausur: Kurs Handwerkzeuge

Späne im HobelVergangenes Wochenende hatte ich das Vergnügen, zwei Tage lang von morgens bis abends unter der freundlichen, geduldigen, strukturierten und in jeder Hinsicht fachkundigen Anleitung von Heiko Rech mit Handwerkzeugen zu schreinern. Ich hatte den Kurs Handwerkzeuge gebucht, weil ich den Umgang mit stromlosen Werkzeugen gerne einmal von Grund auf lernen wollte anstatt ihn im „learning by doing“ irgendwie hinzubekommen.

Hobeln

Der Kurs hat viel Freude gemacht und ich habe eine Menge mitgenommen. So waren zum Beispiel das Anreißmesser und das Streichmaß neu für mich, nun verstehe ich ihren Sinn und ihre Verwendung. Beim Stemmen habe ich neue Kniffe gelernt, das Hobeln von Hand überhaupt einmal gelehrt bekommen. Das Schärfen von Stemm- und Hobeleisen ist kein Mysterium mehr, meine mitgebrachten Stemmeisen sind nun so scharf, wie sie es vorher noch nie waren – nicht mal direkt nach dem Kauf.

Späne

Ich fand es besonders gut, dass wir alle Übungen an zwei Werkstücken durchgeführt haben, die man hinterher nicht nur mitnehmen, sondern auch konkret gebrauchen kann: Wir haben ein Streichmaß und einen Bankhaken gebaut. Den Nutzen von beiden lernt man ebenfalls im Kurs und kann sich daher freuen, dass man beides ab sofort ebenfalls in der eigenen Werkstatt einsetzen kann. Der Bankhaken ist mit einer Schwalbenschwanz-Zinkung realisiert, bei der ich gemerkt habe, dass noch eine Menge Übung nötig sein wird, bevor das bei mir sauber und „wohnungstauglich“ funktioniert. Der Respekt vor dem Handwerk und dem Könner ist damit noch gestiegen.

StreichmaßSchwalbenschwanzzinken

Ich kann den Kurs Handwerkzeuge jedem Holzwerker empfehlen. Es war ein bereicherndes Wochenende!

[UPDATE]

Heiko hat die Eindrücke in einem Video zusammengefasst.

2 Kommentare

  1. Hallo Andreas,
    das war ein richtiger Schritt.
    Mit gutem Elektrowerkzeug hat man viele Möglichkeiten in der Holzbearbeitung.
    Wenn man mit den Handwekzeugen richtig umgehen kann, stehen einem alle Möglichkeiten offen.
    Inzwischen mach ich mehr per Hand als mit den Maschinen.
    Abgesehen davon macht es auch viel mehr Spaß.

    Aber es dauert, bis man das begriffen hat.

    Herzliche
    Grüße
    Volker

    1. Hallo Volker,
      ich habe auch das Gefühl, dass das ein richtiger und auch wichtiger Schritt war. Die Fähigkeit, das Holz mit Handwerkzeugen zu bearbeiten, hat etwas Grundlegendes, das mich fasziniert und das Respekt gebietet: Es ist schwieriger, von Hand einen rechten Winkel zu sägen als mit einer Kappsäge, es erfordert Zeit und Übung, man muss sich darauf einlassen. Gerade das scheint mir den Wert auszumachen. Handwerkskunst, zu der es keine Abkürzung gibt, sondern die man nur mit Geduld und Übung erreicht. Der Weg ist noch weit, aber er scheint lohnend.
      Herzliche Grüße,
      Andreas

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