Einen Trolley für ein Instrument bauen

Mein Sohn spielt seit einigen Wochen Horn und muss das Instrument an manchen Tagen mit zur Schule nehmen. Das es recht sperrig ist und er den Schulranzen an diesen Tagen auch dabei hat, habe ich ihm einen Trolley gebaut, in dem er das Horn sicher verstauen und hinter sich herziehen kann. Am Ende des Beitrags gibt es ein Video über dieses Projekt.

Korpus

Den Korpus des Trolleys habe ich aus 18 mm Siebdruckplatte hergestellt, weil diese auch mal nass werden können, ohne schaden zu nehmen. Nachdem ich die Maße am Hornkoffer abgenommen hatte, erledigte ich den Zuschnitt weitgehend mit der Tauchsäge und der Führrungsschiene.

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Die Rückwand des Korpus sollte in ihrer Form an den Umriss des Horns angelehnt sein, daher waren schräge Schnitte nötig. Ich bohrte mit dem Forstnerbohrer jeweils ein Loch in der Ecke (im letzten Bild oben zu sehen) und sägte dann so weit wie möglich mit der Tauchsäge in die Platte ein. Da es bei der Plattengröße schwierig war, in der Mitte der Platte einzutauchen, musste ich einige Schnitte dann mit der Stichsäge machen. Das klappte allerdings nicht gut, das Sägeblatt verlief und erzeugte außerdem viele Ausrisse. Ich hatte zwar Klebeband aufgeklebt, um das zu verhindern, das haftete aber an der rauhen Seite der Platte nur schlecht, so dass es seinen Zweck nicht erfüllen konnte. Ich habe dann später noch mal mit der Tauchsäge nachgesägt.

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Der Korpus wurde mit Schrauben zusammen montiert. Um die Schraubenlöchen besser anzeichnen zu können (auf der Siebdruckplatte sieht man Bleistiftmarkierungen kaum), habe ich jeweils Klebeband aufgeklebt. Ich habe alle Löchen angesenkt und dabei den Tiefenstopp am Wabeco Bohrständer benutzt, so dass alle Senkungen gleich tief waren.

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Nachdem alle Löcher gebohrt waren, fräste ich noch ein Loch und einen Schlitz in die Rückwand des Korpus. Hier soll später ein Gummiseil befestigt werden, mit dem das Horn im Trolley fixiert wird.

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Anschließend klebte ich alle Kanten ab, weil ich sie mit Sprühlack versiegeln wollte, so dass auch die Schnittkanten einerseits vor Wasser geschützt sind und andererseits besser aussehen.

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Nachdem der Lack zwei Mal aufgetragen und getrocknet war, konnte ich den Korpus montieren.

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Rahmen

Der Korpus wird an einen einfachen T-förmigen Rahmen geschraubt, an dem der Griff und die Rollen befestigt werden können. Diesen baute ich aus Douglasien-Resten, die ich noch hatte und lackierte ihn anschließend ebenfalls. Für die Achsen der Rollen sowie für die senkrechte Stange zum Griff musste ich jeweils Löcher in die Hirnholzseite der Hölzer bohren. Hier half der Bohrständer mit dem Bohrtisch sehr, gerade am langen Holz wäre ich mit einer regulären Standbohrmaschine nicht auf die nötige Höhe gekommen.

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Den Rahmen schraubte ich dann an die Rückwand des Korpus.

Griff

Den Griff habe ich aus einem Reststück Buche-Multiplex mit 25 mm Stärke gemacht. Ich zeichnete die Form auf und bohrte dann die größeren Rundungen und Öffnungen mit dem Forstnerbohrer aus. Den Rest sägte ich mit der Stichsäge. Die Stichsäge verlief leider sehr (meine Stichsäge ist ein eher einfaches Modell, ich nehme an, sie stabilisiert das Blatt in den Kurven nicht besonders gut), so dass ich zunächst ein eher unschönes Kantenbild hatte. Da ich keinen Spindelschleifer habe (der wäre in diesem Fall sehr nützlich gewesen), habe ich den Griff dann mit der Feile bearbeitet, bis die Fläche und die Kante weitgehend in einem rechten Winkel zueinander standen. Anschließend rundete ich alle Kanten mit der Oberfräse.

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Anschließend schliff ich den Griff mit der Exzenterschleifer und schließlich mit 240er-Papier von Hand. Zum Abschluss erhielt er dann noch zwei Schichten Leinölfirnis. So ist der Griff nun sehr glatt und „weich“ anzufassen.

Endmontage

Nun konnte ich alles zusammen bauen: den Griff auf der senkrechten Stange montieren und die Rollen mit Hilfe von M8-Gewindestäben am Rahmen befestigen.

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Das Gummiseil sollte noch einen Squash-Ball als „Anfasser“ bekommen. Dazu bohrte ich vorsichtig ein Loch in den Ball und erweiterte es mit einem kleinen Schnitt so weit, dass ich das Seilende mit einem Knoten in den zuvor mit dem Fön erwärmten Ball reinfummeln konnte. Nachdem der Ball wieder kühl war, ist das Material fester und  das Loch klein genug, dass der Knoten nicht ohne Weiteres wieder herausrutscht. So kann man das Seil am Ball anfassen und in den Schlitz in der Rückwand einschieben.

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Ergebnis: Der fertige Trolley

Hier nun einige Fotos des fertigen Trolleys.

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Video

Hier noch das Video zu diesem Projekt, in dem man noch einige weitere Details sehen kann.

1 Kommentar

  1. Hallo Andreas,
    danke für Deine innovative Idee und die umfangreiche Dokumentation die Du hier erstellt hast.Die Einsatzmöglichkeiten des Trolley dind ja nahezu unbegrenzt. Denkbar wären allerhand schwer zu tansportierende Gegenstände die man sonst nur schwierig von A nach B befördert bekommt.
    Ich werde mich da vielleicht mal ranmachen !

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