Ein Hochbeet bauen

Hochbeet

Für unseren Garten habe ich ein Hochbeet aus Douglasie gebaut, dessen Grundriss etwa ein Viertelkreis ist. So passt es in das vorhandene Beet, das etwa die selbe Form hat. Es waren daher verschiedene Winkel zu sägen, was rechnerisch zwar klar, in der Umsetzung aber manchmal etwas schwierig war – teilweise wegen der Grenzen meiner Werkstatt und Maschinen, teilweise wegen der Grenzen meiner Fähigkeiten und Erfahrung. Außerdem musste ich mitten im Projekt etwas umplanen.


Den Bau dieses Beets habe ich auch für die Abteilung Anleitungen, Tipps & Tricks bei rubart.de dokumentiert: Ein Hochbeet bauen.


Entwurf

Zunächst habe ich den Aufstellplatz vermessen und dann eine Zeichnung gemacht, um die genauen Längen und Winkel zu ermitteln. Die grobe Form habe ich dann mit Stöcken und einer Schnur im Beet abgesteckt. So konnte ich mir besser vorstellen, ob die geplante Größe passt.

Hochbeet

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Zuschnitt der Bretter

Anschließend konnte ich aus der Zeichnung die Länge und die Winkel der Bretter des Hochbeets ermitteln. Zunächst habe ich die vier Meter langen Douglasie-Bretter mit der Handkreissäge grob auf Länge gesägt und dabei jeweils einige Zentimeter länger gelassen. Die einzelnen Bretter waren dann ca. 70 cm und ca. 130 cm lang, so dass ich sie leichter auf der Tischkreissäge bearbeiten konnte.

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Für meine Konstruktion musste ich an jedes Brett an beiden Enden einen bestimmten Winkel sägen. Die Bretter an den beiden rechtwinklig stehenden Seiten brauchten 45 Grad auf einer und 75 Grad auf der anderen Seite, alle übrigen Bretter brauchten einen 75 Grad Winkel. Die Winkel habe ich alle auf der Tischkreissäge geschnitten. Meine Bosch GTS 10 XC hat einen kleinen Schiebeschlitten, der allerdings nicht besonders stabil und auch nicht sehr genau ist. Trotzdem habe ich zur Zeit noch nichts Besseres und auch keine Kappsäge. Daher musste ich eben damit zurecht kommen.

Um die Wiederholgenauigkeit der Schnitte zu gewährleisten, schraubte ich eine Latte an den Schlitten und fixierte dann mit einer Schraubzwinge ein Stück Holz Stoppblock.

Hochbeet

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Bevor ich die Bretter fertig bearbeitete, legte ich eine Reihe testweise auf dem Boden aus, um sicherzustellen, dass alles passt. Anschließend bekamen alle Bretter noch eine leichte Fase an der Hirnholzseite, so dass beim Zusammenfügen der Gehrung eine kleine V-Fuge entsteht.

Hochbeet

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Zuschnitt der Pfosten

Nachdem die Bretter fertig waren, sägte ich die Pfosten zu. Zunächst benutzte ich die Ryoba, um die drei Meter langen Rahmenhölzer grob abzulängen. Meine Tauchsäge hat nicht genügend Schnitttiefe dafür. Die wenigen Schnitte waren aber auch von Hand schnell erledigt.

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Ein Pfosten konnte im Profil unbearbeitet bleiben (der in der 90 Grad Ecke), darüber hinaus brauchte ich zwei mit einem 75 Grad-Winkel und zwei, die jeweils im Profil einen dachförmigen 150 Grad Winkel bildeten.

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Diese Winkel sägte ich mit der Sägeblattneigung meiner Tischkreissäge. Anschließend sägte ich auch die Pfosten mit dem Schiebeschlitten auf der Tischkreissäge auf die korrekte Länge.

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Vorbohren der Bretter

Nun setzte ich jede der Ecken testweise zusammen und zeichnete an, wo die Schrauben genau sitzen sollten. Danach bohrte ich mit Hilfe einer kleinen Bohrschablone alle Schraubenlöcher vor.

Hochbeet

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Vorbereitung des Aufstellorts

Am Aufstellort habe ich darauf geachtet, dass der Boden waagrecht ist und habe außerdem unter jeden Pfosten ein Stück Steinplatte verlegt, so dass die Auflagefläche auf der Erde größer ist und das Beet mit der Zeit möglichst nicht absinkt.

Zusammenbau

Nun konnte ich mit dem Zusammenbau beginnen. Um sicher zu stellen, dass die Pfosten mit der ersten Bretterreihe einen rechten Winkel bilden, habe ich diese auf dem Werkstattboden und auf einem Tisch montiert, wo eine plane Oberfläche vorhanden war. Dennoch habe ich die Winkel mehrfahr kontrolliert und die Bretter vor dem Verschrauben jeweils mit einer Zwinge fixiert, um Fehler möglichst zu minimieren.

Hochbeet

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So habe ich dann Reihe um Reihe der Bretter rundum verschraubt.

Hochbeet

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In der dritten Reihe bemerkte ich , dass die Abstände zwischen allen Gehrungen größer wurden. Nach einigem Messen und Kopf zerbrechen stellte sich heraus, dass sich die vorderen Pfosten nach oben hin leicht nach außen neigten. Damit wurde der Umfang des Viertelkreises größer und daher wurden auch alle Abstände nach oben hin größer. Ich half mir mit einigen Spanngurten und zog damit die Pfosten auf den Kreismittelpunkt hin, so dass es wieder passte.

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Und dann waren alle Bretter verschraubt und ich dachte, ich wäre kurz vor fertig …

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… aber während ich eine Pause machte und mein Werk bewunderte, wollte sich das „So-ist-es-fein-Gefühl“ nicht richtig einstellen. Auch meine Frau schaute sich das Beet an und schaute es  noch ein wenig länger an … und dann kamen wir beide zu der Erkenntnis, dass es zu hoch war. Meine Überlegung bezüglich einer angenehmen Arbeitshöhe von ca. 90 cm funktionierte nicht. Mit sieben Reihen Brettern war das Beet zu massiv, zu wuchtig. Es musste also niedrigen werden – so schraubte ich die oberen beiden Reihen Bretter wieder ab und kürzte die Pfosten entsprechend.

Hochbeet

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So sah das Beet dann schon deutlich besser aus:

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Abschlussbretter

Das Beet hat oben waagrechte Bretter als Abschluss und Ablage. Diese stehen jeweils eine Brettstärke über die Fläche der Beetwände über. Um das zu messen, benutzte ich einige Reststücke als Anschlag und fixierte sie vertikal mit Zwingen, so dass ich sie als Abstandsmaß verwenden konnte.

Die Länge der Bretter konnte ich dann ermitteln, indem ich ebenfalls Reste auf die korrekten Eckwinkel zusägte, sie an die gerade fixierten Bretter anlegte und dann von Ecke zu Ecke Maß nahm.

Hochbeet

Hochbeet

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Beim letzten Brett übertrug ich die beiden Winkel direkt von der vorhandenen Lücke auf das Brett anstatt sie rechnerisch exakt zu sägen. Der Winkel auf der linken Seite des Bretts entsprach dem Soll-Wert von 75 Grad, der auf der rechten Seite betrug allerdings 76,5 Grad. Hätte ich die theoretisch ermittelten 75 Grad auf beiden Seiten verwendet, hätte die Gehrung also deutlich weniger gut gepasst.

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Abschluss

Nachdem das letzte Brett montiert war, legte ich unter jeden Pfosten noch ein kleines Gummi-Pad, wie man sie vom Terrassenbau kennt. Das soll verhindern, dass Feuchtigkeit von unten in das Holz der Pfosten aufsteigt.

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Außerdem wird das Beet innen noch mit einer Noppenfolie ausgekleidet, wie sie z.B. beim Bau von Hausfundamenten zum Schutz des Betons verwendet wird. Auch das soll die Feuchtigkeit der Erde vom Holz fernhalten. Die Noppen sorgen mit ihren Zwischenräumen dafür, dass das Holz belüftet wird und die dennoch immer wieder eindringende Feuchtigkeit (Niederschläge, Luftfeuchtigkeit) trocknen kann.

Ergebnis

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Video

10 Kommentare

  1. Hallo Andreas,

    schönes Hochbeet hast Du da gebaut! Und auch die bebilderte Doku ist wieder mal sehr gut!

    Welche Abmessungen haben Deine Douglasie Bretter und wo hast Du die gekauft? Sicherlich nicht bei den bekannten Baumärkten, sondern beim Holzhändler!? Ich habe solche Abmessungen auf jeden Fall noch nicht im Baumarkt gefunden.

    Lässt Du das Hochbeet unbehandelt oder spendierst Du noch ein Anstrich?

    Neben der Noppenfolie würde ich Deiner Stelle noch ein engmaschiges Netz auf den Boden legen, nicht dass Dir die Wühlmäuse die Ernte zunichte machen :o

    Viele Grüße
    Achim

    1. Hallo Achim,
      danke. Die Bretter sind von einem lokalen Sägewerk (Glattkantbretter, 135 x 36 mm). Ich bin noch nicht sicher, ob das Beet einen Anstrich bekommen soll – vielleicht mit Douglasienöl? Ich bin da recht unerfahren. Hast Du einen Tipp?

      Das mit dem Netz wäre eine Idee. Allerdings sitzt das Beet auf einem rundum mit Betonstelen eingefassten Beet – da müssten die sich erstmal drunter durch graben. Außerdem sollen nur Küchenkräuter rein, die werden sie nicht sehr mögen, oder?
      Viele Grüße,
      Andreas

      1. Hallo Andreas,

        ich würde dem Beet auf jeden Falle einen Anstrich verpassen, sonst wird das sicherlich schnell unansehnlich. Ich habe bei mir zu Hause Sichschutzzäune aus Douglasie Rhombusleisten gebaut (http://einhausfuerunsalle.blogspot.de/2015/08/gartenzaun-sichtschutz.html) und diese vorher mit Öl behandelt. Nach einem Jahr haben sie trotz Anstrich schon etwas „gelitten“, keine Ahnung wie es ohne Anstrich aussehen würde. Wegen dem Öl habe ich mich bei Hornbach beraten lassen. Vielleicht gibt es auch besseres aber bisher bin ich damit zufrieden.

        Bezüglich der Essgewohnheiten von Wühlmäusen kann ich Dir leider nicht weiterhelfen, aber ich glaube die Nager sind sehr erfinderisch was die Wege in so ein Hochbeet angeht ;)
        Wenn nur Küchenkräuter angepflanzt werden sollen, ist das vielleicht wirklich nicht notwendig, aber vielleicht findet ja doch mal ein Gemüse den Weg in Dein Hochbeet ;)

        Viele Grüße,
        Achim

        1. Danke für die Rückmeldung. Der Zaun ist sehr schön geworden. Dann werde ich wahrscheinlich auch mal ölen und mich vorher beraten lassen.

  2. Hallo Andreas,

    dein Hochbeet ist wirklich toll geworden. Gefällt mir sehr gut! Mit deinen Beschreibungen und den vielen Bildern kann man den Bau auch sehr gut nachvollziehen. Hast du vielleicht Lust mit diesem Projekt bei unserem Wettbewerb „Mach Mal Garten Eden“ teilzunehmen? Dabei kannst du einen von sechs tollen Preisen gewinnen, zum Beispiel eine Werkbank von Wolfcraft oder ein Garten-fit-mach-Set von MOTIP DUPLI. Mehr Informationen findest du unter: https://www.mach-mal.de/wettbewerb/18/wettbewerb-mach-mal-garten-eden?PHPSESSID=gfapkp734q4l5uukpj2c90cu46
    Ich würde mich freuen!
    Liebe Grüße,
    Julia von „Mach mal“

  3. Tolles Projekt, vielen Dank für die ausführliche Dokumentation!

    Wenn das Wetter weiter so stabil bleibt, werden wir vielleicht auch mal noch ein Hochbeet bauen in den nächsten Tagen, da mein Mann und ich dann beide Urlaub haben.

    Bin gespannt, ob das Ergebnis dann ebenso toll aussieht!

  4. Moin,
    eine sehr ordentliche Dokumentation mit einem super Ergebnis, Daumen hoch! Wurde Douglasie speziel wegen Aussen-/ Innenfeuchtigkeit gewählt, oder empfehlen sich auch andere Harthölzer? Definitv würde ich immer Angst haben wegen der Feuchte und einen Anstrich machen, die Idee mit dem Netz am Boden klingt für mich auch sehr plausibel :-) .

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