Ein Fahrrad-Reparatur-Stativ selbst bauen

Fahrrad-Reparatur-Stativ

Ich habe ein Stativ gebaut, um die Fahhradreparatur zu erleichtern. Man kann ein Rad darauf montieren, so dass es in angehemer Arbeitshöhe sicher fixiert ist und man alle Arbeiten gut erledigen kann.

Seit einiger Zeit wird Radfahren in meiner Familie etwas intensiver betrieben, so dass immer mal wieder Wartungs- und Reparaturarbeiten anstehen. Gerade bei einem Rennrad oder Mountainbike hat es mich genervt, dass das Rad dabei leicht umfällt, weil es ja keinen Ständer hat und ich es nirgends richtig befestigen konnte. Daher habe ich ein wenig in der Restekiste gekramt und einige übrige Kanthölzer gefunden, die sich für einen Fahrrad-Reparatur-Ständer eignen. Dazu habe ich bei einer Schlosserei noch einige Reste Stahlrohr günstig dazu gekauft und einige Sterngriffschrauben und Klemmhebel zur Befestigung besorgt.

Fuß

Ich habe zunächst ein Stück Douglasie-Kantholz abgelängt und einem ca. 40 x 40 mm tiefen Falz herausgesägt. Die dadurch enstehende Leiste habe ich auf etwas weniger als die halbe Länge gekürzt und mit einer Gehrung versehen. Jeder dieser halben Leisten sollte ein ein- und ausklappbarer Standfuß für das Stativ werden.

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Das Ein- und Ausklappen funktionierte gut, allerdings merkte ich später, dass die Holzleisten, die ich mit einem durchgehenden Gewindestab M6 und zwei Sterngriff-Muttern befestigen wollte, bei weitem nicht stabil genug waren. Der ganze Ständer bog sich unter dem Gewicht eines Fahrrads nach vorne und war viel zu wackelig, um sinnvoll daran arbeiten zu können.

Daher suchte ich nach einer alternativen Lösung und kam darauf, dass Stahl als ausklappbarer Standfuß mit einem Widerlager ebenfalls aus Stahl beser halten könnte. Zusätzlich benutzte ich einen M10 Gewindestab anstatt des zuvor verwendeten M6er-Stabs.

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Das funktionierte nun sehr gut und war stabil genug, um ein Rad daran aufhängen zu können.

Pfosten

Den aufrechten Pfosten fertigte ich aus einem Stück 60 x 60 mm Fichte-Kantholz, von denen ich noch eine Menge vorrätig habe. Ich bohrte am oberen Ende ein leicht schräg nach oben zeigendes Loch für den späteren Ausleger und außerdem von senkrecht oben ein Loch für eine Rampa-Muffe. In diese wurde dann eine Sterngriffschraube eingedreht, die den Ausleger fixiert.

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Die Rampa-Muffe habe ich mit Hilfe einer Inbus-Schraube eingedreht. Die Schraube habe ich anschließend wieder entfernt.

Ausleger

Der Ausleger muss einerseits stabil genug sein, um ein Fahhrad zu tragen, andererseits braucht er irgendeine Art von Klammer, um das Rad angemessen zu fixieren. Für die Stabilität schien mit Stahlrohr sinnvoll, für den Klammer-Mechanismus hatte ich eine Holzkonstruktion im Sinn. Also musste ich beides kombinieren.

Ich bohrte in Längsrichtung ein Loch in ein 60 x 60 mm Kantholz und steckte das Stahlrohr hinein. Mit durchgehenden Maschinenschrauben verband ich die beiden Teile miteinander. In das Kantholz sägte ich eine V-förmige Kerbe, die später eine Hälfte der Klammer bilden sollte. In ein dickes Stück Multiplex-Platte sägte ich das Gegenstück der V-Kerbe, so dass sich insgesamt ein Rautenquerschnitt ergab – wenn ich sauberer gesägt hätte, wäre es ein quadratischer Querschnitt geworden, aber Raute geht auch ;-).

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Durch alle Teile bohrte ich nun ein Loch für einen M10 Gewindestab, der die Klammer schließen später sollte. In dem Stück Multiplex weitete ich das Loch noch in Längsrichtung, weil dieses obere Stück der Klammer ja auch schräg platziert werden muss.

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Endmontage

Nun konnte ich alle Teile zusammenfügen. Pfosten und Fuß verband ich mit zwei Tellerkopfschrauben 8 x 200. An den schwenkbaren Füßen ersetzte ich die Muttern noch durch zwei Klemmhebel, damit man sie schnell lösen und dennoch sehr fest zuziehen kann.

Alle Holzteile erhielten am Ende noch zwei Lagen Leinöl als Oberflächenschutz, u.a. auch deshalb, weil man das Holz ja vielleicht mal mit öligen Fingern anfasst.

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Ergebnis

Der Ständer funktioniert nun recht gut. Er ist sicherlich nicht so stabil wie die Modelle, die man in Fahrradwerkstätten sieht. Diese bestehehen in der Regel ganz aus Stahlrohr mit Guss-Klemmen und einer massiven Metallplatte als Fuß. Mir ging es aber darum, dass ich einerseits ohne großen finanziellen Aufwand eine Erleichterung bei der Fahrrad-Reparatur habe und andererseits das Stativ auch platzsparend verstauen kann, wenn ich es nicht brauche.

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Video

Das Video dokumentiert den Bau des Stativs noch etwas detaillierter als der Artikel.

4 Kommentare

  1. Ich habe mir vor ein paar Monaten einen Ständer gekauft und kam gar nicht auf die Idee, selbst einen zu bauen. Schöne Idee und danke für den Baubericht.

  2. Sehr cooles Projekt – brauche ich zwar gerade nicht, weil ich kein Fahrrad habe aber trotzdem schön zu sehen, was so alles möglich ist wieder mal.

    Echt toll, was für Projekte du auf deinem Blog so vorstellst!

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