Einen besonderen Bilderrahmen bauen

Mein Sohn macht gerne Bilder mit Bügelperlen. Das sind kleine farbige Plastikperlen, die man auf eine mit Stiften besetzte Unterlage steckt und so in Form eines Mosaiks Motive erstellt. Wenn man fertig ist, bügelt man die Plastikperlen, so dass jede mit ihren benachbarten Perlen verschmilzt, was das Bild fixiert.

Er wollte seine Bilder gerne in einem Rahmen aufhängen. Daher habe ich ihm zwei Rahmen gebaut, bei denen er leicht die Scheibe entfernen kann, um so problemlos die Motive anpassen und austauschen zu können.

Der Bau begann mit dem Zuschnitt der Plexiglasscheibe, weil ich mich mit der Größe der Rahmen an der vorgegeben Größe dieser Scheibe orientiert hatte. Ich trennte das Plexiglas in der Mitte auf, was das Format der Rahmen ergab. Anschließend schnitt ich das Sperrholz für die Rückwand auf das gleiche Maß zu.

Normalerweise würde man bei einem Rahmen zunächst die vier begrenzenden Hölzer zuschneiden und verleimen und anschließend die Füllung (Hintergrund und Glas) anpassen.

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Ich legte die Perlenmotive auf die Rückwand und deckte sie mit dem Plexiglas ab, um zu ermitteln, wie hoch die Rahmenhölzer werden müssten und in welchem Abstand das Plexiglas von der Rückwand zu liegen kommen müsste.

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Anschließend schnitt ich die Hölzer für die eigentlichen Rahmen zu. Ich sägte sie auf das korrekte Querschnittmaß und schnitt dann einen Falz hinein, in den später die Rückwand eingeleimt werden sollte.

Außerdem schnitt ich eine Nut, in die man später das Plexiglas einschieben kann.

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Nun schnitt ich jeweils Gehrungen an die Rahmenhölzer und passte sie der Größe der Rückwand an. Das hat sich später wiederum als eher mühsame Vorgehensweise herausgestellt. Besser wäre es gewesen, zuerst die Rahmenhölzer paarweise auf Maß zu sägen und dann die Rückwand und das Plexiglas an den verleimten Rahmen anzupassen. Aber das habe ich erst durch das Lehrgeld in diesem Projekt gelernt.

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Die noch sägerauhen Hölzer bearbeitete ich mit dem Handhobel, um sie glatt zu bekommen. Auch hier zeigte sich wieder, dass meine unerfahrene Planung nicht ideal war: Mit Gehrung und Falz war es sehr mühsam, die Hölzer so auf der Werkbank zu fixieren, dass man sie gut hobeln konnte. Es wäre besser gewesen, das Glatthobeln vor dem Schneiden des Falzes und der Gehrung zu bewerkstelligen.

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Nun konnte ich den Rahmen verleimen. Dazu benutzte ich einfache, selbst erstellte Ecken mit einem Spanngurt als Bandspanner. Außerdem half ich mit Zwingen nach, um die Gehrungen dicht zu bekommen.

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Anschließend sägte ich den Rahmen auf einer Seite bis zur Nut für das Plexiglas wieder auf, um später die Scheibe einschieben zu können. Auch hier war wieder Lernen aus Erfahrung geboten: Diesen Schritt hätte man einfacher vor dem Verleimen durchführen können.

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Das abgesägte Stück Rahmen verputzte ich mit Stemmeisen und Hobel und klebte es auf das Plexiglas, damit der Rahmen später optisch wieder vollständig war.

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Ich leimte nun die Rückwand ein und konnte dann auch den Rest des Rahmens mit Hobel, Stemmeisen und Schleifpapier verputzen, so dass alle Kanten gefast und alle Flächen sauber waren. Am Ende bekam der Rahmen auf der Rückseite noch eine French-Cleat-Aufhängung, damit mein Sohn sie leicht von der Wand nehmen und wieder aufhängen kann. Die Oberfläche behandelte ich mit zwei Schichten Wachs.

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Ergebnis

Im Ergebnis funktionieren die beiden Rahmen sehr gut und sehen auch passabel aus. Im Nachhinein hätte ich viele Arbeitsschritte besser durchdenken sollen, um sie in sinnvollerer Reihenfolge zu erledigen. Aus den Umständen und unvorhergesehenen Problemen, die sich aus meiner weniger sinnvollen Reihenfolge ergaben, habe ich aber immerhin eine Menge gelernt – und wenn man in knapper Zeit und kurzen „Werkstattfenstern“ arbeiten muss, bleibt die systematische Planung eben manchmal auf der Strecke.

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Video

Das Video dokumentiert den Bau etwas ausführlicher. Im zweiten Teil erkläre ich auch noch einmal meine Fehler und was daraus zu lernen ist.

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